Es regnet und ist kalt draußen, aber Sie wollen nicht auf Ihr gewohntes Jogging oder Walking verzichten? Dann rauf aufs Laufband, das bringt Beine und Po in Form.
oder
Sie haben keinen Babysitter und auch keine Lust den schweren Kinderwagen beim Jogging mitzuschleppen? Dann rauf aufs Laufband, nebenbei können Sie Ihr Kind unterhalten.
oder, oder, oder …
Das Laufband ist eines der beliebtesten und sogleich einer der effektivsten Fitnessgeräte. Laufen, Jogging oder Walking ohne die Wohnung zu verlassen und dies absolut wetterunabhängig, ob ambitioniertes Lauftraining oder schnelles Gehen als Fettstoffwechseltraining – alles ist mit einem Laufband möglich.
Das Laufen auf dem Laufband verbrennt immer noch – im Vergleich zu anderen Fitnessgeräten – die meisten Kalorien pro Zeiteinheit, ca. 600 Kalorien bei nur 8 km/h (bei ca.70 kg Körpergewicht).
Während der letzten 20 Jahre waren Laufbänder im Bereich Herz-Kreislauftraining das am meisten gekaufte Produkt. Der Mensch ist quasi zum Laufen geboren. Nur auf einem Laufband wird der natürliche Bewegungsablauf, das Laufen und Gehen, perfekt nachgeahmt. Dem motorisierten Antrieb ist es zu verdanken, dass der Benutzer automatisch Schritt hält. Schon deswegen erfreuen sich Laufbänder im Vergleich zu anderen Fitnessgeräten einer geringen Trainingsabbruchquote.
Laufbänder gibt es inzwischen in den verschiedensten Variationen – was sich vor allem im Preis niederschlägt. Was bei anderen Fitnessgeräten gilt, trifft auch bei Laufbändern zu: Qualität hat seinen Preis! Günstige Laufbänder eignen sich kaum zum ambitionierten Laufen. Geeignet hierfür sind elektrisch angetriebene Geräte mit einer stufenlosen Geschwindigkeitsregelung und elektronischer Neigungs-Winkel-Verstellung.
Wichtige Kriterien und Ausstattungsmerkmale bei der Auswahl des richtigen Laufbandes sind in Abhängigkeit von der Nutzeranzahl und Laufverhalten/Trainingsziel/Trainingsdauer der einzelnen Benutzer Höchstgeschwindigkeit, Neigungswinkel, Lauffläche, Dämpfung, Verarbeitung und Motor.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem reinen Heimgeräte-Bereich und Geräten für den professionellen Studiobereich – also für die gewerbliche Nutzung – mit einem fließenden Übergang dazwischen.
Die einfachsten Geräte sind recht klein, nicht übermäßig stabil und werden durch Muskelkraft angetrieben. Sie eignen sich – wenn überhaupt – zum Gehen, aber nicht wirklich zum Laufen. Erfahrungsgemäß produziert dies einen absolut unnatürlich Geh- und Laufstil, so dass nach kurzer Zeit das Gerät in den Keller gepackt wird und der Kunde um eine schlechte Erfahrung reicher ist.
Zum wirklichen Laufen geeignete Laufbänder sind alle elektrisch angetrieben und verfügen über eine stufenlose Geschwindigkeitsregelung. Die Höchstgeschwindigkeit kann zwischen 9 und 18 km/h liegen, wobei man ab ca. 7 km/h überhaupt erst von Laufen sprechen kann. (zum Vergleich: Studiogeräte sind bis 22 km/h schnell und höher, z.B. für die Leistungsdiagnostik bis 30 km/h)
Bei der Geschwindigkeit sollte nicht am falschen Fleck gespart werden und aus Budgetgründen die langsamere Variante gewählt werden. Jeder Elektromotor hat seinen Bereich der optimalen Kraftentfaltung, der – vereinfacht gesagt – meist in der Mitte des jeweiligen Geschwindigkeitsbereiches liegt. D.h., wenn der Hersteller mit maximalen 12 km/h wirbt, kann es passieren, dass der Antrieb bei der Endgeschwindigkeit (und viele Läufer sind wesentlich schneller …) rasch an seine Grenzen kommt. Jedes Mal wenn der Fuß aus der Flugphase auf den Gurt trifft treten dynamische Kräfte auf, bis zum 7-fachen der normalen Kraft beim Stehen. Diese Kräfte wirken dem Gurt entgegen und versuchen, ihn zu blockieren. Die Folge: ein Rucken und Rutschen durch wechselnde Brems- und Beschleunigungsphasen. In Kombination mit Steigung und eventuell einem höheren Körpergewicht kann es passieren, dass die Endgeschwindigkeit gar nicht erreicht wird. Außerdem sind Läufer auch bestrebt, ihre Kondition und Leistungsfähigkeit zu steigern, da ist eine höhere Maximalgeschwindigkeit immer sinnvoll. Schon aus Motivationsgründen…
Beim Antrieb gilt immer: je höher die PS-Leistung, desto besser. Für ambitioniertes Laufen werden mindestens 2,5 PS empfohlen.
Doch man sollte sich nicht allein auf die Zahl im Prospekt verlassen. Prüfen Sie, wie gut die Kraft auf die vordere Welle übertragen wird. Ein einfacher Test hilft da weiter: Lassen Sie das Laufband mit maximal 3 km/h laufen, packen sie die Lehnen/Handläufe mit beiden Händen und nun stemmen Sie sich gegen den Gurt. Blockiert er sofort? Ein schlechtes Zeichen, denn ein Indiz dafür, dass die dynamischen Kräfte beim Laufen den Motor überfordern werden. Je kräftiger das Laufband dagegen wirkt, umso runder und geschmeidiger ist später das Laufen in der Kombination Geschwindigkeit, Steigung und Körpergewicht.
Die Antriebswellen sollten grundsätzlich aus Stahl sein. Und je dicker der Wellendurchmesser, desto besser (bessere Übertragung der Kraft auf den Gurt) Die Wellen der meisten Studio-Laufbänder sind ballig geschliffen (alter Trick aus der Fördertechnik) um ein Seitwärtswandern des Gurtes zu verhindern. Das verteuert das Gerät natürlich, spart aber lästige Nachjustieren.
Ein stärkerer Motor läuft vergleichsweise ruhiger und gleichmäßiger als ein schwächerer bei gleicher Geschwindigkeit, die Belastung für den Motor sinkt. Einige Hersteller geben leider nur die Maximal-Leistung des Motors an, welche dieser nur kurzzeitig erbringen kann und damit für die Nutzung nicht relevant ist; entscheidend ist die Dauer-Leistung des Motors, die kontinuierlich über Stunden erbracht werden kann. Wählen Sie das Laufband von der Geschwindigkeit her so aus, dass genügend Spielraum zu der vom Laufband vorgegebenen Maximalgeschwindigkeit bleibt, damit Sie noch Steigerungsmöglichkeiten haben und das Laufband nicht permanent auf Voll-Last laufen muss.
Motoren mit digitaler Antriebstechnik laufen aufgrund der schnellen digitalen Signalverarbeitung präziser und gleichmäßiger als herkömmliche Motoren, ein Digital-Drive-Motor ist leiser und langlebiger.
Laufbänder im Heimbereich haben immer einen Gleichstrommotor. Billig herzustellen, haben sie den Nachteil der Kohlebürsten, die regelmäßig getauscht werden müssen, und sind meist nicht so leistungsstark. Zum Vergleich: die meisten Profi-Geräte haben einen Wechselstrommotor, genauer gesagt einen Drehstrommotor. (220 V werden durch einen Frequenzumrichter umgewandelt) Vorteil: absolut wartungsfrei und sehr kräftig!
Einstiegsmodelle verfügen meist nur über eine manuelle Neigungsverstellung, zur Veränderung muss das Training unterbrochen und der Neigungswinkel per Hand verändert werden. Bei elektronischer Neigungsverstellung lässt sich die Neigung auch während des Trainings per Knopfdruck verändern, deutlich komfortabler und vielseitiger nutzbar. Diese Neigung sollte mindestens von 0 – 15 % reichen.
Die Dämpfungsqualität von Laufbändern ist in den letzten Jahren immer besser geworden. Im Wesentlichen sorgen die Kombination Plattenmaterial und Gummi-Elemente unter der Lauffläche für eine optimale Dämpfung der Stoßbelastung und einen gelenkschonenden Lauf. Für Trainierende mit Rücken- oder Knieproblemen sowie schwerere Läufer ist eine gute Dämpfung der Laufdecke von elementarer Bedeutung. Tip: Kaufen Sie nur ein Gerät, das sie vorher auch testen konnten. Im Heimgerätebereich, wo seitens des Herstellers gespart werden muss, merkt man eine schlechte Dämpfungsqualität am harten Auftritt und Rückstoß beim Aufspringen bzw. bereits am hohlen Klang beim Auftreten. Schwingungsgedämpfte Supersoft-Laufflächen sorgen für ein gelenkschonendes Trainingsgefühl, wie auf dem Waldboden. Zu harte Dämpfungen der Lauffläche an Ihrem Laufband schonen die Gelenke nicht wirklich und zu weiche Dämpfungen sind sogar schädlich für die Sehnen und wirken schnell ermüdend.
Für Einsteiger und Walker sollte der Laufgurt mindestens 45 cm breit und 130 cm lang sein. Für Läufer, die in Bereichen ab 8 km/h trainieren, ist eine Lauffläche an dem Laufband von min. 150 x 45 erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass je höher Ihre Geschwindigkeit wird, desto länger wird auch Ihre Schrittgröße. Deshalb erlaubt Ihnen ein längeres Laufband eine andere Schrittfolge einzuhalten und damit auch eine andere Geschwindigkeit.
Der Laufgurt sollte nicht glatt, sondern mit einem rauen Profil versehen sein. Ein kurzer Stolperer ab 12 km/h und Sie merken, warum…
Das Multifunktionsdisplay an Ihrem Laufband-Cockpit sollte übersichtlich und mit großen Tasten gestaltet sein, damit Sie alle Funktionen mühelos bedienen können und auf einen Blick z. B. Ihre zurückgelegte Entfernung, Kalorienverbrauch, Geschwindigkeit, Steigungswinkel und vieles mehr überblicken können. Vor allem die STOPP-Taste an Ihrem Laufband muss immer erreichbar sein. Falls Sie Ihr Laufband mit einem Partner teilen, sollte das Abspeichern von zwei Benutzern möglich sein, d.h. jeder kann sein eigenes Profil erstellen und speichern.
Neuere Modell ermöglichen auch eine Geschwindigkeits- oder Steigungsverstellung an den Handgriffen.
Trainingsprogramme sorgen für mehr Abwechslung im Training und erhöhen daher die Motivation, indem sie mehr Anreize schaffen. Bei einigen Modellen können Sie Ihr eigenes Trainingsprogramm abspeichern und so auch Ihre persönliche Laufstrecke speichern.
Bei Modellen mit Pulssteuerung können Sie aufgrund von Alter, Geschlecht und gew. Trainingsziel (Ausdauersteigerung, Fettverbrennung etc.) den passenden Pulswert aus einer Tabelle entnehmen; das Laufband steuert abh. vom Modell die Geschwindigkeit und/oder den Neigungswinkel so, dass Sie immer auf der vorgegebenen Herzfrequenz bleiben. Sie können auf diese Weise optimiert und gesundheitsverträglich trainieren.
Die sinnvollste Trainingsmethode am Laufband ist das Training mit einem pulsgesteuerten Programm. In diesem Programm werden Sie immer im optimalen Trainingsbereich gehalten, weil Ihr Herz die Geschwindigkeit und Steigung an Ihrem Laufband steuert.
Dabei hat sich die telemetrische Herzfrequenzmessung per Brustgurt, der drahtlos per Infrarot die Pulsdaten an das Laufband schickt, bewährt. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass der Empfänger bereits im Laufband integriert ist. Ist das nicht der Fall, können Sie zur Not auch eine Pulsuhr am Handgelenk tragen. Training mit pulsgesteuertem Programm ist dann aber nicht möglich.
Ein fest installiertes Laufband ist oft etwas stabiler und – wenn Platz vorhanden ist – die bessere Alternative. Allerdings gibt es auch Modelle, die Sie zusammenklappen, wegrollen und bequem verstauen können, das mobile Laufband.
Neuere Modell werden inzwischen regelmäßig mit einem mehrstufig einstellbaren Lüfter ausgestattet, der Sie auch bei intensivem Training angenehm erfrischt.
Achten Sie beim Laufband auf das CE- oder TÜV-Zeichen. Diese Zeichen gewährleisten, dass alle Normen bezüglich der Sicherheit eingehalten wurden.
Ein Praxistest vor dem Kauf ist häufig sinnvoll.
Tip für Etagenwohnungen (falls man wünscht, dass einen die Nachbarn auch in Zukunft noch grüßen): Dämm-Matte unterlegen!!!
Richtig laufen….
Grundsätzlich sollten Sie auch auf dem Laufband qualitativ hohe Lauf- bzw Joggingschuhe tragen! Sie sollten darauf achten, dass Sie beim Laufen auf dem Laufband immer möglichst in der Bandmitte laufen und sich nicht festhalten, denn dieses Festhalten bringt Ihren Körper in eine erzwungene Position. Den Blick immer nach vorne richten und auf das Laufen konzentrieren. Drehen Sie sich nicht um, sonst könnten Sie daneben treten und stürzen.
Wenn Sie schon etwas geübter auf dem Laufband sind, können Sie zum Laufen zusätzlich noch Hanteln benutzen, so wird Ihr Oberkörper trainiert und eine Steigung am Laufband strafft die Po-Muskeln.
So sollte es Ihnen möglich sein, das Ereignis eines Trainings auf einem Laufband als genial zu erfahren. Sie finden sicher eine Menge Freude an der Bewegung und vor allem am Laufen!